A Shorty Escape

Vom Leinenwirrwarr und kleinen Zaubertricks

Zwei Hunde, zwei Leinen – und mindestens drei Richtungen.

Manchmal fühle ich mich auf dem Spaziergang wie die Hauptperson einer Houdini-Show: gefesselt in einem Knoten aus Nylon, Fell und guten Absichten.

Dale läuft souverän, ruhig, mit einem klaren Ziel. Shorty dagegen – naja. Zielorientiert ist er auch. Nur eben jedes Mal in eine andere Richtung.

Und ich? Ich stehe in der Mitte, ein Arm hier, ein Schritt da, kurz davor, mich selbst zu entwirren wie ein menschliches Puzzle.

Ich versuche, dabei nicht wie ein wandelnder Leinenklöppel auszusehen – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Was auf dem Papier so einfach klingt – zwei Hunde, zwei Leinen, ein Weg – ist in der Praxis manchmal eher ein choreografiertes Chaos. Shorty sieht eine Taube. Dale findet eine interessante Schnüffelstelle. Ich sehe die Leine um meine Beine.

Dazu kommen die Extra-Finessen: Shorty will links, Dale will rechts, und ein Eichhörnchen entscheidet über unser nächstes Yoga-Programm – „Baum-Pose mit Leine“, live und in Farbe.

Und trotzdem: wir lernen.

Ich lerne, vorauszudenken, bevor der Knoten entsteht. Shorty lernt, dass Zickzack kein offizielles Gassigeh-Muster ist. Und Dale? Der atmet durch. Tief. Oft. Und wartet.

Es gibt diese Momente, da läuft es fast schon harmonisch.

Zwei Leinen locker, beide Hunde im Flow, ich mit einem Lächeln im Gesicht.

Dann, wie aus dem Nichts: eine Fährte, ein Rascheln, ein Impuls – zack, Showbeginn. Ich könnte schwören, Shorty übt heimlich Doppelknoten.

Aber so ist das wohl, wenn man wächst – gemeinsam.

Zwischen all den Leinenfiguren, Drehungen und Mini-Kunststücken gibt’s sie, die Fortschritte:

Momente, in denen wir uns finden.

In denen Dale auf Shorty wartet.

In denen Shorty innehält und mich anschaut, statt davonzudüsen.

Und in denen ich merke:

Es geht gar nicht darum, perfekt zu führen – sondern gemeinsam weiterzukommen.

Am Ende des Spaziergangs sitze ich manchmal auf der Couch, die Leinen ordentlich aufgerollt, und lache.

Weil jeder Knoten ein Stück Geschichte ist.

Weil ich nicht zaubern können muss – nur loslassen.

Und weil Houdini sicher keine zwei Hunde hatte.


In Shorty Worten: „weniger Magie, mehr Miteinander. 🪄🐾

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Of Paws and Progress – a Shorty Reflection

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A Shorty Ride