Of Paws and Progress – a Shorty Reflection

Wie Pfoten still mein Leben eroberten.


2006 Ich noch Studentin. Mein damaliger Partner hatte einen Traum: einen Hund.
Ich nicht.
Ich bin ohne Tiere aufgewachsen, wenn man von den Hühnern und Katzen bei meinen Großeltern absieht.
Aber manchmal nimmt das Leben Umwege – oder eben eine Leine in die Hand.

So zog Baro ein. Ein Labrador.
Unkompliziert, fröhlich, genau der Typ Hund, der alles ein bisschen leichter macht.
Ich lernte: Hunde sind laut, haaren – und schenken einem etwas, das man nicht wusste, dass man es braucht.

2009 kam der erste Toller in mein Leben: Gamboling Red Chip the Dreamworker.
Er war diesmal gewollt. Gewünscht. Gewählt.
Mit Chip begann das bewusste Hundeleben. Ich lernte, was Training bedeutet, Bindung, Verantwortung – und wie viel man über sich selbst erfährt, wenn man einem Hund zuhört.

2014 kam die Trennung.
Hunde aufgeteilt. Chip blieb bei mir.
Und obwohl vieles im Leben plötzlich anders war, blieb er mein Anker, mein Alltag, mein Begleiter in jeder neuen Routine. Wir lernten Simon kennen und lieben und nicht nur Chip war großer Fan von Simon.

2018 begann ich den Jungjägerkurs.
Manchmal saß da ein kleines Teufelchen auf meiner Schulter, das flüsterte:
„Wenn du den Jagdschein machst, brauchst du ja weiter einen Hund.“
Das war – zumindest in meinem Kopf – die schlüssigste Begründung, warum es auch nach Chip einen Hund geben musste. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht sagen konnte, ob ich immer noch Hundemensch sein würde.
Simon, durch und durch IT’ler, brauchte keinen Hund in seinem Leben.
Mich allerdings gab es damals nur mit Chip.

2019 starb Chip.
Völlig unerwartet, unbegreiflich.
Ich wusste immer, dass dieser Tag kommen würde, doch nichts bereitete mich auf das „danach“ vor.
Wer war ich ohne Hund?
Wann steht man dann auf? Wofür macht man morgens Kakao, wenn kein Blick neben dem Napf wartet? Wer bekommt den trocken Kanten vom Brot?

Über Chip hatte ich Freundschaften gefunden, Routinen, ein Stück Identität.
Ohne ihn fühlte sich alles ein bisschen zu still an.

Und doch war da schon eine kleine Geschichte im Hintergrund.
Ende 2017 lernte ich Dales Züchter kennen – heute sehr enge Freunde.
Immer wieder fiel die Frage: „Magst du nicht irgendwann einen zweiten Hund?“
Damals war meine Antwort klar: Vielleicht. Irgendwann. Aber nicht jetzt.

Im Juni 2019 kam dann diese WhatsApp:
„Biina ist läufig – wie weit seid ihr?“
Ich antwortete, dass sicher erst der zweite oder dritte Wurf für uns infrage kommt.
Damals wusste ich nicht, dass Chips und meine gemeinsame Zeit da schon fast vorbei war.

So zog Ende Juli 2019 eine Hundeseele aus – und eine andere ein.
Dale kam im November.
Und obwohl er offiziell mein dritter Hund war, fühlte es sich an, als würde ich erst jetzt wirklich beginnen zu verstehen.
Baro und Chip waren meine gemeinsame Lernkurve.
Mit Dale begann das bewusste Kapitel: Hundemensch sein – ganz von Herzen, ganz bei sich.

Mit Dale begann ich eine neue Reise.
Ich lernte viel – über Training, über Vertrauen, über mich selbst.
Dank seiner Züchter fand ich nicht nur Rat, sondern auch Rückhalt.
Ich entdeckte, wie viel Freude gemeinsames Lernen machen kann.
So brachte ich Dale kleine Tricks bei – und manchmal wusste ich gar nicht, worüber ich mich mehr freute:
dass er es gelernt hatte, oder dass ich in der Lage war, es ihm beizubringen.

Über die Jahre fügten sich viele kleine Puzzleteile zusammen.
Wir starteten im Rally Obedience – ein Stück Vertrautes aus der Zeit mit Chip.
Dann kam Hoopers. Erst aus Neugier („Wie lerne ich das dem Hund?“), dann aus Begeisterung.
Ich stolperte – mehr oder weniger aus Versehen – in einen Hoopers-Trainerlehrgang.
Und blieb.

Denn am Ende von allem bleibt genau das:
Es macht mir einfach Freude.
Dieses gemeinsame Lernen. Dieses Miteinander.
Es erfüllt mich – egal, ob Trick, Training oder Alltag.

Dale erhielt im Juli 2023 die Zuchtzulassung im DRC.
Zwei Deckanfragen gab es – und aus der zweiten kam ein kleiner Toller, der unser Leben wieder einmal auf den Kopf stellte:
Shorty.

Und so wurde aus einer stillen Lücke in 2019 eine neue Geschichte.
Eine, die nicht mit einem „Neuanfang“ beginnt, sondern mit einem Weitergehen.
Seit diesem Sommer zu viert – mit alten Pfoten, jungen Ideen und ganz viel Herz dazwischen.

In Shorty Worten: Manche Wege erkennt man erst, wenn man sie gemeinsam geht.

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