A Shorty Wake-up Call
Snoozen? Nicht in diesem Rudel.
Es gibt Dinge, über die denkt man vorm Einzug eines Welpen einfach nicht nach.
Zum Beispiel: Dass ein Welpe, der vom ersten Tag an durchschläft, irgendwann beschließt, den Job des Weckers zu übernehmen. Ganz offiziell. Verlässlich. Und absolut ohne Snooze-Funktion.
Shorty war von Tag eins an ein Traum. Durchschlafen? Check. Routinen? Check. Berechenbarkeit? Doppelcheck.
In all seinen Wochen bei uns musste ich genau drei Mal nachts raus. Ich fühlte mich wie der Jackpot unter den Welpeneltern.
Und jetzt?
Jetzt leben wir mit einem Hund, der innerlich offenbar eine Smartwatch trägt – nur eben eine sehr enthusiastische. Egal wann wir abends rausgehen: Ab 6:30 Uhr kann man mit ihm rechnen. Heute… heute war es 6:00 Uhr.
Draußen: dunkel, kalt, stille Welt.
Drinnen: ein Shorty, der findet: „LET’S START THE DAY!“
Shorty war wach. Komplett. Die Vögel noch nicht, aber Shorty schon.
Machen wir uns nichts vor: Ein Shorty, der so wach ist, muss früher oder später zur Morgentoilette.
Und Dale?
Der lag beim Blick nach draußen wie ein „Bitte nicht“-Emoji auf vier Pfoten im Körbchen.
Dunkel + Morgen + Regen = absolutes No-Go für Papa Dale.
Meine Hoffnung: kurz Pieseln und Kacken, dann nochmal ins Bett.
Optimismus ist ja etwas Schönes. Realistisch war es nicht.
Shorty fand wieder zur Ruhe.
Ich hingegen lag wach im Bett und dachte:
„Vielleicht… ganz vielleicht… schaffe ich es nochmal zurück in den Dämmerschlaf?“
Und tatsächlich nickte ich noch einmal weg – bis 8 Uhr. Mini-Sieg.
Gestern war Shorty gegen 7:00 Uhr bereit für den Tag. Eine richtige Luxusvariante.
Ich stand auf, nahm beide Hunde mit zur Morgenrunde, danach Frühstück für die Vierpfoter und für mich einen heißen Kakao.
Die Sonne kroch zaghaft über den Horizont, die Hunde dösten weg, ich blätterte ein paar Seiten in meinem Buch.
Und dann dachte ich: Vielleicht… wirklich vielleicht… kann ich mich nochmal kurz hinlegen. Hier jetzt auf die Couch.
Und genau dann hörte ich Schritte.
Simon ist wach.
Und damit natürlich: Hundeparty!
Yeah, Herrchen ist wach!
Yeah, die Hunde sind wieder wach!
Yeah, Frauchen braucht keinen Schlaf, das ist ein Aberglaube!
Da saß ich also.
Mit meinem Buch.
Mit zwei – für den Moment – hellwachen Hunden.
Mit einem Mann, der eigentlich nur in die Küche gehen wollte.
Das Leben mit zwei Hunden ist kein Drama.
Aber es ist ein Wecker.
Ein zuverlässiger, wedelnder, fröhlicher, unverschiebbarer Wecker — ganz ohne Snooze-Funktion und mit maximaler Lautstärke im Herzen.
Und manchmal sitze ich da und denke:
„Ich wollte doch nur noch eine halbe Stunde…“
Aber dann schaut Shorty mich an — mit seinen Ich-bin-so-stolz-dass-ich-aufgewacht-bin-Augen.
Und plötzlich ist es okay.
Ein bisschen früh. Ein bisschen müde.
Aber okay.
Hauptsache: Mittagsschlaf ist sicher.
Denn während Mann noch schläft und die Hunde schon wieder zum Vormittagsschlaf ansetzen… bin ich hellwach.
In Shorty-Worten:
Wer schlafen will, muss schnell sein — oder einfach gleich aufstehen. 🐾